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Die vielfältige Wassernutzung
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Wasser wird nicht nur als Lebensmittel und zur Hygiene genutzt; weitere
Nutzungsarten sind die Bewässerung in der Landwirtschaft, als Lebensraum,
als Rohstoff, Lösungs- oder Kühlmittel in der Industrie, zur
Energiegewinnung, als Transportweg, zur Freizeitbeschäftigung und
Erholung, für religiöse Rituale und als Heilmittel.
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Die
Landwirtschaft als grösster Wasserabnehmer
Für die eigentliche Wassernutzung durch die Menschen sind die Oberflächenwässer
und die erreichbaren Grundwässer von Bedeutung. Die weltweite Wasserentnahme
durch den Menschen beträgt nach Abschätzungen rund 4'000 Kubikkilometer
pro Jahr.
Der Wasserbedarf steigt stark an, so ist er zwischen 1900 und 1995 um das sechsfache angestiegen. Von den gesamten Oberflächen- und Grundwassermengen werden gegenwärtig 8% genutzt: Davon 70% durch die Landwirtschaft, 22 % durch die Industrie und 8% durch Dienstleistungssektoren und den privaten Verbrauch in den Haushalten.
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Rohstoff
für die Industrie
Die allermeisten Produktionen in der Industrie benötigen sauberes
Brauchwasser, als Prozesswasser, als Reinigungsmittel, als Kühlmittel
oder als Grundnahrungsmittel.
Beispiel Nahrungsmittelindustrie
Um ein kg Brot herzustellen braucht es 2 kg Weizenpflanzen. Um diese Pflanze
zu produzieren braucht es mindestens 1 m3 Wasser. In der Praxis wird noch
etwas mehr Wasser als dieser theoretische Wert verbraucht. Amerikanische
Bauern benötigen für die Produktion eines kg Brot etwa 4 m3
Wasser. In den Tropen werden für 1kg Reiskörner rund 5 m3 Wasser
gebraucht.
Tiere setzen nur rund 10% der Nahrung in Fleisch um. Aus 1 kg Weizen
kann etwa 0.175 kg Fleisch produziert werden. Das heisst um 1 kg Fleisch
zu produzieren werden mindestens 5.7 m3 Wasser benötigt.
Zur Befriedigung der menschlichen Grundbedürfnisse Trinken, Hygiene,
Wohnen und Essen (2500kcal pro Tag) sowie für gewerbliche und industrielle
Aktivitäten verbraucht ein Vegetarier jährlich rund 600 m3 Süsswasser.
Enthält seine Nahrung 20% Fleisch, so verdoppelt sich sein Wasserverbrauch
auf 1'200m3.
Transportmittel
Die Weltmeere und Flüsse wurden schon sehr früh als Transportwege
genutzt. Handelspunkte und wichtige Städte entstanden an Flussmündungen
und Meeren. Noch heute werden Tausende Tonnen Güter über die
Wasserwege transportiert (siehe rechts).
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Wasser wird in der Industrie als Prozesswasser, Lebensmittel, Külmittel,
Energieträger oder Reinigungsmittel eingesetzt. Bild: Kühlung
von Portionen Konfitüre, Hero Lenzburg.

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Wasserkraft
Wasserkraft ist die Basis der Schweizer Stromversorgung
Gemäss dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen
VSE
werden rund 60% des Schweizer Strombedarfs in Schweizer Lauf- und Speicherkraftwerken
produziert. Der Schweizer Stromverbrauch wird zu rund einem Drittel von
Speicherkraftwerken und zu einem Viertel von Laufkraftwerken gedeckt.
Weltweit gibt es umstrittene Grossprojekte, welche viel Elektrizität
produzieren, aber ganze Ökosysteme ins Wanken bringen. Der Assuanstaudamm
in Ägypten ist 111 m hoch und 3'800 km lang. Er liefert eine Leistung
von 2'100 Megawatt - so viel wie zwei Atomkraftwerke. Die Stauung des
Nils bringt aber auch schwerwiegende Probleme für das Ökosystem
mit sich.
Staudämme werden schon seit mehreren tausend Jahren gebaut. In Ägypten
sind Überreste eines 5000 Jahre alten Damms erhalten, der älteste
noch betriebene Staudamm ist 3300 Jahre alt und liegt in Syrien. In Europa
begann man mit dem Bau von Dämmen und Talsperren erst ab etwa 1850.
Staudämme und Talsperren dienen hauptsächlich der Wasserregulierung
bzw. -versorgung und der Energieversorgung. Mit einer Höhe von 335
m, einer Kronenlänge von 660 m und einem Volumen von 11,6 Milliarden
m3 ist die Roguner Talsperre in Tadschikistan (West-Pamir) die Größte
der Welt.
Mit einer Länge von 560 km und einer durchschnittlichen Breite von
über 15 km ist der Voltastausee im afrikanischen Ghana der flächenmäßig
größte Stausee der Erde. Seine Staumauer ist 640 m lang und
113 m hoch. Sie wurde 1965 fertiggestellt und speist ein Großkraftwerk
bei Akosombo. Zum Vergleich: Der Bodensee hat eine Fläche von 571,5 km2 und fasst 49'000 Mio m3 Wasser.
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Bild Vercasca-Staudamm

Kleinturbine zur Turbinierung von Trinkwasser
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Nutzungkonflikte
sind vorprogrammiert
Immer wieder gibt es Konflikte um die Nutzung des Wassers oder grosse
Schäden wegen der Übernutzung, vor allem in Regionen, wo Wasser
knapp ist. Gigantische Staudammprojekte in China, Indien, oder Türkei
bringen ganze Ökosysteme ins wanken und verschärfen die politische
Situation. Auch in der Schweiz wurde in der Vergangenheit um solche Grossprojekte
hart gekämpft (Greinatal, Urserental).
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Übernutzung
Wird Grundwasser oder Seen mehr Wasser entzogen, als durch natürliche
Zuflüsse (Regen) nachgeliefert wird, versiegen diese Wasserresserven
langfristig. Beispielsweise wurde den Nebenflüssen des Aralsees zuviel
Wasser für die Bewässerung entzogen, so dass sich das Seevolumen
zwischen 1950 und 1998 um 80% reduziert hat. Die Fischerei ging zu Grunde,
einstige Hafen liegen nun gespenstig wasserlos in der Wüste. Hält
die Übernutzung ungehindert an, wird der einst grösste Süsswassersees
Europas bald nur noch ein kläglicher Salzsee sein.
In der libyschen Wüste wird ein Jahrtausende altes Grundwasser
zur Bewässerung genutzt. Jährlich wird dem Grundwasser 3,8 mal
mehr Wasser entzogen, als der Regen nachliefert. Einmal verbraucht, ist
da Grundwasser für immer verloren.
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Wo einst Häfen waren, versanden nun Schiffe.
Siehe auch:
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weiterführende Literatur: EAWAG
Jahresbericht 1997
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