Überlebensfrage oder Lebensqualität

   
 

Jeder weiss, Wasser ist für das Überleben notwendig. Der Wasserbedarf des Menschen unserer Breitengrade liegt bei etwa 2 l/Kopf und Tag, in warmen Zonen steigt der Bedarf auf bis zu 6 l/Kopf und Tag. Erhält ein Mensch diese als notwendiger Wasserbedarf erachtete Menge nicht, so kann er nicht existieren.

 
minimaler Wasserbedarf
Wasser Grundbedarf
Differenzeierte Bedeutung des Wassers
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Wasserverbrauch im CH-Haus
 

minimaler Wasserbedarf
Nun gibt es tatsächlich Länder, in denen Einzelne in der Nähe dieses Existenzminimums überleben. Für sie ist Wasser direkt mit der Existenzfrage verbunden. Ein Gewinn an hygienischer Sicherheit wird erzielt, wenn der Wasserverbrauch bei etwa 20 l/Kopf und Tag liegt. Ein Minimum an persönlicher Hygiene und bescheidene Reinigungsarbeiten sind dann möglich, vorausgesetzt, das Wasser weist eine genügende Qualität auf.
Diese Menge wird international als notwendiger Wasserbedarf bezeichnet. Statistisch ist nachgewiesen, dass heute mindestens 26 Länder mit einer Bevölkerung von 450 Millionen einen Wasserverbrauch unter 20 l/Kopf u. Tag aufweisen (vgl. Abbildung rechts).

 


nicht allen steht genügend Wasser zur Verfügung.

Wasser Grundbedarf
Steigt der Wasserverbrauch auf 50 l/Kopf und Tag, so können damit weitere Bedürfnisse wie Waschen, Duschen, Nahrungsmittelzubereitung, und andere Aktivitäten befriedigt werden. Man bezeichnet diese international für jeden Menschen anzustrebende Menge als Grundbedarf. Weitere 28 Länder sind bekannt, deren Pro-Kopf-Verbrauch unter dieser Limite ist. Insgesamt leben rund 1 Milliarde Menschen unter der Grundbedarfs-Grenze. In der Regel steht bei diesem Wasserverbrauch die existentielle Frage nicht mehr im Vordergrund. Hingegen spürt der Einzelne die Limitierungen im Umgang mit Wasser. Bei diesen Mengen sind auch die Art der Zuführung (zentrale Zapfstelle, Hausanschluss, Tankwagen), der Preis und die hygienische Entsorgung von zentralem Interesse.



Wasserloch in der Sahelzone

Differenzierte Bedeutung des Wassers
Vergleichen wir die Sicht der Menschen an der Armutsgrenze mit derjenigen von Einwohnern der Schweiz, so wird offensichtlich, dass Wasser für uns eine grundlegend andere Bedeutung hat. Die Wasserversorgung als bisher meist öffentliche Service-Institution erfüllt eine Vielzahl von Dienstleistungen, die beim Konsumenten Fragen nach dem Grundbedarf gar nie aufkommen lassen. Mit den durchschnittlichen 160 – 180 l/Kopf und Tag, also der 3- bis 4-fachen Grundbedarfsmenge, interessiert den Wasserverbraucher vielmehr, ob der angebotene Komfort an jedem Ort und zu jeder Zeit mit genügender Stabilität gewährleistet wird. Der Einzelne erfährt, dass er uneingeschränkt Wasser beziehen kann, das zudem eine Qualität aufweist, die über die hygienischen Anforderungen hinausgeht. Das Wasser soll beispielsweise auch ästhetischen Kriterien wie Geruch und Geschmack genügen. Neben Menge und Qualität geniesst der Wasserkonsument die Errungenschaften der modernen Siedlungswasserwirtschaft, nämlich den Service der Druckhaltung in einem weitreichenden Versorgungsnetz und den Komfort einer äusserst bequemen und relativ sorglosen Abwasserableitung in die Schwemmkanalisation. Kaum bewusst ist sich der Konsument weiterer Service- Leistungen wie der Versorgung mit Wasser im Brandfall und in Notlagen.


Der Wasserverbrauch im Schweizer Privathaushalt liegt gemäss einer Studie von BAFU und SVGW bei 162 Liter pro Person und Tag (BUWAL 1999).

 
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