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Weltweit haben rund 1.2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der Bedarf wird in Zukunft noch ansteigen. Konzerne wie Veolia Water (vormals Vivendi), Suez oder Thames Water engagieren sich im Wassermarkt und versorgen weltweit mehr oder weniger erfolgreich viele Millionen Menschen mit Trinkwasser.
Wasser den Privaten überlassen?
Die Privatisierung der Wasserversorgung löst Ängste aus. Denn wenn private Unternehmungen die Wasserversorgung übernehmen, wird das überlebens-wichtige Gut zur Handelsware. Ein Privatunternehmen will in erster Linie Rendite erwirtschaften. Das kann unter Umständen dazu führen, dass grosse Städte mit vielen Trinkwasserkunden erschlossen werden, während ländliche Regionen leer ausgehen. Zudem besteht die Gefahr, dass die Infrastruktur nicht ausreichend unterhalten und erneuert wird.
Andererseits sind die öffentlichen Versorgungen teilweise in so schlechtem Zustand, dass über die Hälfte des Wassers durch Leckagen verloren gehen (Bsp. Mexiko-Stadt). Dort hat die öffentliche Hand versagt mit weitreichenden Folgen. Fehlende Investitionen, mangelndes Know-how und chaotisches Rechnungswesen trugen zur Misere bei.
Wirtschaftspolitik und Weltbank
Die Wirtschaftspolitik der Weltbank und des internationalen Währungsfonds kurbeln das Geschäft um die Privatisierung an. Gelder an Entwicklungsländer werden an die Privatisierung von öffentlichen Dienstleistungen geknüpft. Das kann, wie das Beispiel in Gabun belegt, durchaus klappen. Dort übernahm Vivendi 1997 die Mehrheitsbeteiligung am staatlichen Energie- und Wasserver-sorgungsunternehmen und hat gezielt in den Ausbau investiert. Damit konnte die Zahl der versorgten Kunden um 26% erhöht und gleichzeitig der Wasserpreis um 17% gesenkt werden.
Andere Beispiele wie Bolivien zeigen hingegen das Scheitern der Privatisierung. Die Bevölkerung trieb Suez, die das Wassergeschäft von der US-Gruppe Bechtel übernommen hatte, aus dem Land. Der Vorwurf der Bolivianer an die Adresse von Suez: Zu teuer und die Versorgung der ärmsten Wohnviertel habe der Konzern ganz unterlassen. Es folgten blutige Unruhen auf den Strassen. Die Wasserversorgung wird seither als Kooperative betrieben und ist in einem miserablen Zustand.
Von der Öffentlichkeit wenig beachtet, spielt sich derzeit also ein doppeltes Ringen ab. Auf der einen Seite drängen die Industrie, Investmentgesellschaften und Banken in den Wassermarkt. Auf der anderen Seite formiert sich eine Welt-Zivilgesellschaft des Wassers, die gegen Weltbank und Konzerne für eine öffentliche Wasserversorgung streitet. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Privatisierung der Wasserversorgung weiter entwickeln wird. So haben einige Länder die Privatisierung unter Strafe gestellt. Andere haben sich entschlossen, die Unternehmen einzulassen.
In der Schweiz gibt es seit jeher öffentliche wie private Wasserversorgungs-strukturen.
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