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Schweizer Föderalismus
Der Grund für so viele eigenständige Wasserversorgungen liegt darin, dass in der Schweiz die Trinkwasserversorgung in den Kompetenzbereich
der Kantone fällt. Diese delegieren den Versorgungsauftrag weiter an die Gemeinden und räumen ihnen diesbezüglich erhebliche Entscheidungsfreiheiten ein.
Öffentliche Anstalt
In der Regel wird die Wasserversorgung in der Form einer öffentlichen Anstalt oder einer Korporation betrieben. Einstige privatrechtliche Genossenschaften
verschwanden mehr und mehr zu Gunsten der Gemeindebetriebe, da Letztere sich für die Anforderungen eines Wasserwerks in finanzieller und betrieblicher Hinsicht offenbar besser eigneten.
Beispiele sind die Stadtwerke Winterthur,
die Industriellen Werke Basel
oder die Wasserversorgung Zürich.
In vereinzelten Kantonen wird aus wirtschaftlichen und sicherheitstechnischen Überlegungen die Regionalisierung der Wasserversorgung gefördert.
Es entstehen Zweckverbände oder Regionale Wasserverbände.
Verselbstständigung - Aktiengesellschaften und Holding Neueren Ursprungs sind die vereinzelt existierenden Aktiengesellschaften mit der öffentlichen Hand,
aber auch mit Privaten als Teilhaber. Im Zuge der Diskussion der Verselbstständigung öffentlicher Betriebe haben sich in den vergangenen Jahren einige öffentliche Versorgungsbetriebe
in Aktiengesellschaften umgeformt. Meist sind dies Verbundunternehmen, dh. Betriebe welche die Bevölkerung mit Elektrizität, Erdgas, evtl. Wärme und Trinkwasser versorgen.
Die Öffnung der leitungsgebunden Energiemärkte war treibende Kraft dieser Strukturänderung. Die Mehrheit der Aktien bleibt vorerst in der Hand der Gemeinden.
Beispiele sind
Industrielle Betriebe Aarau AG oder die ewl
Energie Wasser Luzern AG. Wenige grössere Wasserversorgung sind seit jeher in privater Hand, wie die Wasserwerke Zug AG.
Kein Einheitsmodell - Keine Privatisierungshysterie
In der Schweiz hat sich kein Einheitsmodell durchgesetzt. Die Wasserversorgung klappt trotzdem hervorragend - unabhängig ob das Unternehmen nun privat oder öffentlich ist.
Finanzen Die Betriebs- und Kapitalkosten der Wasserversorgungen belaufen sich pro Jahr auf rund 1.4 Milliarden Franken.
700 Millionen Franken werden jährlich in die Infrastruktur (Leitungen und Anlagen) investiert (Zahlen 2007).
Bei geschätzten durchschnittlichen Erstellungskosten pro Laufmeter Trinkwasserleitung von rund Fr. 600.- ergibt dies ein Gesamtkapital von schätzungsweise 30 Milliarden Franken.
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SVGW als Fachorganisation
Die Schweizer Wasserversorgungen haben sich in einer nationalen Fachorganisation, dem Schweizerischen Verein des Gas und
Wasserfaches SVGW organisiert. Dem SVGW sind regionale Verbände angeschlossen, beispielsweise
die Associazione Aquedotti Ticinesi,
die Distributeurs d'eau romands
oder die Ostschweizer Wasserversorgungen. Der SVGW setzt sich vor allem in technischen Belangen, aber auch in der Branchenpolitik und Öffentlichkeitsarbeit für die Wasserversorger ein.
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