Von Grundwasser zu Trinkwasser

   
 

Trinkwasser wird in der Schweiz zu über 80% aus Grundwasser (inkl. Quellwasser) gewonnen. Grundwasser muss daher langfristig geschützt und erhalten werden. Grundwasser macht rund ein Fünftel der gesamten Schweizerischen Wasserreserven aus.

 
Grundwasserentstehung
Flüsse im Untergrund
Von Sümpfen und Mooren
Grundwasserspiegel
flexible Wasserspiegel
Klimawandel
Gute Rohwasserqualität
 

Rohstoff im Verborgenen
Ein Fünftel der Schweizer Wasserreserven liegt verborgen im Untergrund. Dies ist bedeutend für die Vegetation, das Wachstum der Pflanzen und auch für die Wasserversorgung, denn über 80% des Trinkwassers wird aus Grundwasser (einschliesslich Quellwasser) gewonnen. Besonders mächtige Grundwasser-vorkommen liegen im Schweizerischen Mittelland. Sie sind ergiebig und in der Regel gut geschützt. Doch das Mittelland ist auch das dichtbesiedeltste Gebiet der Schweiz und wird darüber hinaus intensiv bewirtschaftet. Es ist Lebensraum für Tiere, Wohnraum für Menschen und Standort der Industrie und Landwirtschaft. Interessenskonflikte um Nutzung und Schutz des Grundwassers sind nicht zu vermeiden.

Entstehung
Nach den Eiszeiten haben Flüsse und Bäche grosse Gebiete mit Kies und Sand aufgefüllt und damit die heutigen Grundwasserleiter geschaffen. Die mächtigen Grundwasser-Gebiete liegen längs grosser Flussläufe. Das Grundwasser wird hauptsächlich durch Niederschlag gespeist, teilweise dringt Wasser auch aus Flussbeten in den Untergrund. Das Wasser sickert durch die kleinen Porenräume der Sand und Kiesschichten, bis es eine dichte, wasserundurch-lässige Schicht erreicht und gestaut wird. Wasserundurchlässig sind beispielsweise Fels oder Lehmschichten.

Flüsse im Untergund
Das Wasser bewegt sich langsam durch den Untergrund wird dabei auf natürliche Weise gefiltert und gereinigt. In Kies oder sandigen Ablagerungen kann die Geschwindigkeit viele Meter pro Tage betragen. Im feinporigen Untergrund (z.B. sandig-lehmige Schichten) hat das Wasser für die gleiche Strecke Monate.

Von Sümpfen und Mooren
Sind die Bodenschichten wenig durchlässig, befindet sich das Grundwasser nahe an der Oberfläche. Sumpflandschaften und ausgedehnte Moore entstehen, periodische Überschwemmungen sind die Regel.

Tiefe Grundwasserstände
Kiesablagerungen in alten Flusstälern sind besonders mächtig. Hier sickert das Wasser bis 50 Meter in die Tiefe, bis es den Grundwasserspiegel erreicht.

Schwankungen des Grundwasserspiegels
Der Grundwasserspiegel kann über Jahre und Jahreszeiten betrachtet stark schwanken. Während Trockenperioden sinkt er, in regenreichen Zeiten steigt er. Im Winter ist der Boden ständig feucht. Mässige Regenfälle führen bereits zur Versickerung des Wassers. Daher erneuern sich die Grundwasservorräte meist im Winter.

Klimawandel
Die Schweiz wird in den nächsten Jahrzehnten von der weltweiten Klimaänderung betroffen sein. Die Sommer werden heisser und trockener und die Winter milder und feuchter. Der Wasserkreislauf wird sich verändern. Bis 2050 werden viele Auswirkungen der Klimaänderung in der Schweiz noch relativ gering sein. Von 2050 bis 2100 ist auch in der Schweiz mit einschneidenden Veränderungen zu rechnen, und die Schäden für die Wasserversorgung werden ohne frühzeitige und griffige Massnahmen sehr stark ansteigen. Der Handlungsspielraum für die einzelne Wasserversorgung ist oft klein, weshalb der Lösungsansatz in der verstärkten Zusammenarbeit mit anderen Wasserversorgungen liegt. Langfristig kann nur durch eine sinnvolle Vernetzung die Versorgung mit qualitativ einwandfreiem Wasser jederzeit, in genügenden Mengen und zu wirtschaftlichen Kosten sichergestellt werden.

 


Grundwasserschema aus der Broschüre "Neue Wege im Gewässerschutz", VGL, SVGW u.a. 1995



Wasserfassung der Wasserversorgung Zürich. Hier tropft Grundwasser heraus und wird gefasst.


Grundwasserbrunnen in Nordafrika

 

Gute Rohwasserqualität

Dank umfangreichem Gewässerschutz während den vergangenen Jahren ist die Rohwasserqualität in der Schweiz meistens gut bis sehr gut. Die mächtigen Grundwasserleiter enthalten im allgemeinen Wasser von hervorragender Qualität. So können mehr als ein Drittel des gewonnen Trinkwassers ohne jegliche Aufbereitung ins Versorgungsnetz eingespeist werden. Ein Drittel wird einstufig mit einer Entkeimungsanlage aufbereitet. Dabei wird Ozon oder UV - Strahlung eingesetzt. Das übrige Drittel durchläuft eine mehrstufige Aufbereitung. Insbesondere Obeflächenwasser (zumeist aus Seen) wird in mehreren Schritten mit Schnell- und Langsamsandfiltern oder seit einigen Jahren auch mittels schonender Membranfiltration aufbereitet.

 
 

 

 
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